Jugendschuldnerberatung im Münchner Gewerkschaftshaus

Ein guter Freund oder eine Freundin hat Schulden und weiß einfach nicht mehr weiter? Oder es geht dir vielleicht selbst so? Stress mit Mahnungen, Gläubigern, dem Gericht? Werde aktiv und lass Dir helfen! Die Jugendschuldnerberatung in München findet mit Dir zusammen den Weg aus den Schulden.

Jugendschuldnerberatung im Münchner Gewerkschaftshaus

Schwanthalerstraße 64

80336 München

Tel.: 089 – 51 55 645 – 0

schuldnerberatung@ awo-muenchen.de

Telefonberatungszeiten:

Dienstag 13.00 – 14.00 Uhr Donnerstag 14.00 – 15.00 Uhr

Offene Sprechstunde der Jugendschuldnerberatung im Jugendinformationszentrum (JIZ):

Sendlinger Str. 7 (Innenhof) 80331 München

Jeden Donnerstag jeweils 16 – 18 Uhr ohne Termin möglich

„Alarmglocken“ – wenn aus Schulden eine Falle wird

Angst davor in eine „Schuldenfalle“ zu geraten ist heutzutage auch für Jugendliche nichts ungewöhnliches mehr, denn Schulden machen ist leicht. Egal ob man sich Geld bei Freunden leiht, monatlich einen Handyvertrag bezahlen muss oder auf seinem Konto immer wieder im Minus landet.

Wenn man seine Schulden einfach nicht mehr loswird, kann das sehr unangenehme Folgen haben. Hier gilt es: rechtzeitig zu handeln – statt die Angst alleine mit sich herumzuschleppen!

Aber woran erkenne ich rechtzeitig, dass ich etwas gegen meine Geldprobleme machen muss?

  • Wenn man jeden Monat das ganze Geld ausgibt und nie Rücklagen bilden kann.
  • Wenn man zwar keine Darlehen, Kredite oder Ratenzahlungen hat, dafür aber ständig bei Familie, Freunden oder Bekannten in den Miesen ist bzw. die Schulden hin und herschiebt.
  • Wenn man Geldgeschenke, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld … schon lange im Voraus verplant.
  • Wenn man mit (Kredit-) Karte zahlt, weil die Abbuchung erst später erfolgt.
  • Wenn das Konto länger überzogen ist und der Betrag nicht kleiner wird, sondern Monat für Monat steigt – auch wenn es nur 50€ sind.
  • Wenn man die Zahlungen von Rechnungen in den nächsten Monat schiebt.
  • Wenn man bereits Rechnungen mit Mahngebühren hat.
  • Wenn man seine Kontoauszüge nicht mehr holt, weil man immer wieder vom Kontostand überrascht/entsetzt ist.

Wenn du dich bei ein- oder sogar mehrere der Sätze wiederfindest, solltest du unbedingt loslegen, dich um deine finanzielle Lage zu kümmern!

  • Fange an und mache eine Liste von deinen gesamten Einnahmen und Ausgaben um dir einen Überblick über deine finanzielle Lage zu schaffen. Hilfreich kann dabei ein Haushaltsplan sein. (Tipp: lade dir hier unsere Haushalts-App auf dein Smartphone! Unterwegs einfach eintragen, was du bezahlt hast – und so einen besseren Überblick über dein Geld haben!)
  • Erstelle eine Liste aller deiner Gläubiger. Damit sind alle gemeint, bei denen du Schulden hast und sammle alle wichtigen Dokumente (Verträge, Unterlagen, Rechnungen, Mahnungen usw.) zusammen.
  • Hol dir Hilfe! Geh mit deinen Unterlagen und Mahnungen zu der kostenlosen Jugendschuldnerberatungsstelle, zu Eltern, Erziehungsberechtigten, Betreuern, Freunden, Schulsozialarbeitern.
  • Aus Schulden gibt es immer einen Ausweg, leichter wird es mit Unterstützung

Dein Geld im Griff – so klappts

  • Rechne dir mal aus, wieviel du in der Woche ausgeben darfst. Man verliert so weniger den Überblick. Dazu rechnest du deine monatlichen Einnahmen zusammen. Davon ziehst du alle monatlichen festen Ausgaben ab (z.B. Fahrkarte, Zeitschriftenabo’s etc.). Den Restbetrag durch 4,3 teilen, dann weißt du dein Wochenbudget. Was am Ende der Woche übrig bleibt, auf die Seite legen. Hilfestellung bietet dir unser Haushaltsplan.
  • Immer alles bar bezahlen und nicht mit Karten. Wer bar bezahlt gibt weniger aus und behält leichter den Überblick.
  • Am Anfang des Monats einen kleineren festen Betrag auf ein Sparbuch legen. Wenn du dir mal was Besonderes leisten willst oder es wirklich eng wird, kannst du darauf zurückgreifen. Beim Sparbuch auf Zinsen achten!
  • Es gibt Monate, da braucht man mehr Geld, weil Weihnachten ist oder alle Geburtstag haben…. Leg hierfür was auf die Seite und notiere dir die Daten im Kalender.
  • Immer wenn du viel Geld im Geldbeutel hast, gibst du es schneller aus? Steck dir jeden Morgen den für heute notwendigen Betrag in den Geldbeutel – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
  • Überlege dir vor dem Einkaufen, was du wirklich willst. So kannst du gezielt Shoppen und nach Schnäppchen suchen. 100 superbillige aber unnötige Schnäppchen bringen’s aber auch nicht.
  • Hungrig nicht Einkaufen oder auf Shoppingtour gehen. Süßigkeiten, Chips, Fast-Food locken enorm, wenn der Magen knurrt.
  • Beim Einkaufen immer alle Belege geben lassen. Nur so kannst du Waren evtl. umtauschen und du weißt, wieviel du wirklich ausgegeben hast. Auch bei Kartenzahlung Beleg über die Abbuchung aufheben und auf dem Kontoauszug kontrollieren.
  • Shoppen aus Langeweile oder Frust kennt jeder. Sich mit seiner besten Freundin treffen oder mit einem Kumpel zum Basketballspielen zu gehen, ist billiger und hilft meist mehr.
  • Zurzeit knapp bei Kasse? DVD ausleihen statt Kino, Spieleabend mit Freunden statt Spielhalle, in Freizeittreffs gehen statt im Club viel Geld auszugeben, draußen skaten oder biken statt shoppen, Burger selber machen statt kaufen (finden die Eltern meist auch recht gut und legen vielleicht was drauf), Kochparty, bei der jeder was mitbringt, statt essen gehen, Klamotten untereinander tauschen, statt neu zu kaufen… Also sei kreativ!

Vorsicht bei Bürgschaften oder gemeinsamen Kreditverträgen!

Eine Bürgschaft zu unterschreiben heißt, dass man sich mit seiner Unterschrift dazu verpflichtet, für jemand anderen, einzuspringen, wenn dieser z.B. nicht seine Miete zahlen kann oder seine monatliche Kreditrate bei der Bank. Im schlimmsten Fall, muss man dann die kompletten „Schulden“ des anderen übernehmen.

Auch bei einem gemeinsamen Kreditvertrag bist du gegenüber der Bank in der Pflicht, den gesamten Betrag zurückzuzahlen, auch wenn der/die Andere seinen Teil nicht mehr dazu beiträgt, z.B. weil ihr euch gestritten habt.

Tipps zu Verträgen

Unterschreiben geht schnell und kann praktisch jeder. Jedoch bei Verträgen gilt es vorsichtig mit seiner Unterschrift umzugehen. Kaufverträge, Arbeitsverträge, Handyverträge, Versicherungsverträge oder Kreditverträge…Ganz drumherum kommt man nicht. Aber nicht immer sind Verträge zum eigenen Vorteil, da heißt es, genau hin zu schauen.

  • Mit 18 Jahren ist man voll geschäftsfähig und muss Verträge, die man schließt, einhalten!
  • Lass‘ dir immer Zeit! – Nicht drängen lassen! Man kann einen Vertrag auch mit nach Hause nehmen und dort erstmal in Ruhe lesen.
  • Lies alles ganz genau durch und vergiss dabei auch den kleingedruckten Text nicht.
  • Wenn du etwas nicht verstehst -> nicht unterschreiben!
  • Wenn du etwas nicht verstehst -> Unterstützung suchen (z.B. Eltern, Vormund, Freunde, Lehrerin, Sozialpädagogin, Dolmetscher )
  • Immer achten auf:
    • Die Höhe der gesamten Kosten,
    • Die Laufzeit des Vertrags und die Kündigungsfrist
    • Beschreibung der Ware/Leistungen
  • Unterschreibe niemals Verträge für andere Personen.
  • Lass dir immer eine Kopie des Vertrages/ einen Beleg des Vertragsschlusses aushändigen und hebe sie gut auf.
  • Auch wenn dir keine Kosten entstehen, kann es sein, dass du einen Vertrag abgeschlossen hast. (z.B. hat man durch die Nutzung von facebook/whatsapp seine Zustimmung zur weitreichenden Nutzung seiner Daten gegeben)

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